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Mein Suedafrikanisches Leben Teil 3

>hr sagt: „Der Umgang mit Kindern ermüdet uns.“

Ihr habt Recht.

Ihr sagt: „ Denn wir müssen zu ihrer Begriffswelt hinuntersteigen, uns herabneigen, beugen, kleiner Machen.“

Ihr irrt Euch. >Nicht das ermüdet uns. Sondern- dass wir zu ihren Gefühlen emporklimmen müssen. Emporklimmen, uns ausstrecken, auf die Zehenspitzen stellen, hinlangen.

Um nicht zu verletzen.

Afrikanisches Sprichwort

 

DEZEMBER

 Die Hochzeit und ihre (positiven) Folgen >

Ein absolutes Highlight Ende Dezember für mich war, als ich Trauzeugin von Sabine wurde. Sabine war Freiwillige 2005/06 in Kenosis, hat sich hier in einen Zulu- Mann, William, verliebt und am 21.12.2006 haben sie geheiratet. Es war alles ein bisschen schnell und verrückt, aber trotzdem sehr schön. Am Abend vor der Hochzeit haben wir noch einen deutschen traditionellen Polterabend gefeiert. Zwar konnten wir nur 2 Teller und eine Tasse opfern, trotzdem gab es viel zu lachen. >William wohnt in Sobantu, einem ’schwarzen’ Stadtteil von Pietermaritzburg, durch die Hochzeit und die Feier danach haben wir ein paar Freunde und Nachbarn von William kennen gelernt. Es ist schön, so freundlich aufgenommen zu werden. Klar waren wir am Anfang DIE weißen Freunde von William und seiner Frau, aber nachdem wir uns ein paar mal zum Grillen oder Tanzen verabredet hatten, wurde es normal. Normal bedeutet, dass unsere weiße Hautfarbe in den Hintergrund gerutscht ist und wir nicht mehr ausgewählt freundlich behandelt wurden, sondern eben normal. >Lunga, die einzige Frau- als Zulu-Mann hat man nur männliche Freunde! –und ich sind zusammen zum ’shop’ gelaufen um Gewürze und Bier zu kaufen. Jeder, ob die kleinen Kinder oder die alten Omas und Opas haben uns auffällig hinterhergeschaut. Lunga findet es sehr schade, dass es noch nicht als normal gilt, wenn zwei Menschen, unterschiedlicher Hautfarbe, nebeneinander durchs Wohnviertel zu einem Laden spazieren. >Es ist für mich auch schwer, mich nicht Besonders zu fühlen, wenn alle- wirklich ohne übertreiben zu wollen- mit ihrer Tätigkeit aufhören um mich mit einem prüfenden aber trotzdem auch sehr bewundernden Blick begutachten. Als in Sobantu Lebender sieht man Weiße im Fernseher oder im Auto, schnell an sich vorbeifahren. Ich weiß nicht ob das stimmt, aber ich komme mir jedenfalls so vor, wenn ich durch die Straßen laufe. >Wenn ich mit den ’Sobantu-Guys’ zusammen bin, fühle ich mich nicht Besonders, sondern einfach nur herzlich willkommen geheißen und akzeptiert. Die eigene Hautfarbe steht nicht im Vordergrund, ich denke gar nicht über meine Hautfarbe oder die meines Gegenübers nach, sondern habe Spaß, tanze und genieße es mit Freunden zusammen zu sein.

 

JANUAR > >Können wir bitte zum Pool gehen? >

Ein sehr, sehr, sehr heißer Monat hier in Südafrika! Unsere Kids haben oft gefragt: „ Please can we go to the Pool?“ ,was wir auch wirklich oft gemacht haben, aber manchmal war uns jede Tätigkeit zu anstrengend wegen der Hitze. >Der Pool ist nicht hier in Kenosis auf dem Gelände, sondern mit dem Auto ca. 3min entfernt auf dem ’Kenosis Retreat’ Gelände. >„Anfang 2003 hat dieses Gästehausprojekt seine ersten Schritte getan. Man hofft, dass mit einem Gästebetrieb auf lange Sicht Profite gemacht werden, welche dann ausschließlich Kenosis Community unterstützen sollen. Dieses Projekt gehört zwar zu Kenosis dazu, aber die Verwaltung und das Management wir von Kenosis Community selbst getrennt gehalten.“ >Angekommen am Pool schnappen wir uns die kleinen Kinder und spielen mit ihnen im Wasser. Es gibt immer viel zu lachen, so müssen wir Nkosi-5 Jahre- zwar anfangs immer überreden und langsam an das Wasser gewöhnen, trotzdem will er nach einer Weiler gar nicht mehr raus aus dem Wasser. Seine großen Kulleraugen werden dann immer noch größer, wenn ich mit ihm zusammen im Wasser bin und er sich an mich klammert. Das kann seine Mutter Hlengiwe (ausgesprochen:Chlengiwe) nicht verstehen, weil es immer einen abendlichen Kampf zwischen ihnen gibt, wenn sie ihn waschen will. Wenn Nkosi also am nächsten Tag ohne Hose und Unterhose in den Kindergarten kommt, wissen wir, dass er den Kampf gewonnen hat und sich nicht waschen ließ. Hlengiwe will mit seinem nackten Unterkörper bezwecken, dass andere merken dass er nicht sauber ist, ihm dies peinlich wird und sich dann beim nächsten mal waschen lässt. Bei ihrem Sohn Spe-6Jahre- hat sie ähnliche Erziehungsmaßnahmen: Spe, der in letzter Zeit nicht auf die Toilette geht sonder in die Hose einkotet, zieht sie Mädchenkleider an, da sie hofft, dass ihn das davon abhält ’einfach in die Hose zumachen’. Auch bei ihm vertraut sie darauf, dass dies ihm peinlich ist. Die Röcke helfen auf jeden Fall gegen das Einkoten, ich bin mal gespannt was passiert wenn er wieder Jungenkleider anzieht. >Zurück zu meinen Poolerlebnissen. Mit Letha, die 4 jährige Tochter von Themba unserem Kombifahrer, schwimmen zu gehen, kann auch anstrengend werden. Nach zwei Minuten im Wasser hat sie blaue Lippen und hört nicht mehr auf zu zittern. Also müssen wir sie zum ’rausgehen’ überreden, rubbeln sie trocken, legen sie kurz in die Sonne und –schwups- ist sie wieder im Wasser. Nach zwei, drei Minuten kann ich es nicht mehr mit ansehen wie sie friert und bibbert, also raus auf die Wiese zum wärmen mit ihr. So geht es maximal 2 Stunden, denn danach sind wir- meistens 2 bis 3 Freiwillige- ’ausgepowert’ und verfrachten unserer immer noch aufgedrehten 20 Kinder in den Kombi und fahren nach Hause. >Die Zeit am Pool bedeutet für mich immer Spaß, aber auch Anstrengung.

 

Viel Fleisch und wenig Gemüse >

Im letzten Monat bekamen wir einen näheren Einblick in einen Teil südafrikanischer Tradition. Tandekhile, (eine unsere Pflegmutter) lud uns zu einer Zuluhochzeit ein. Sie hatte uns schon einmal zu einer Hochzeit mitgenommen, aber dieses Mal sollte es eine „traditional Wedding“ sein. >Eine Zuluhochzeit geht normalerweise über mehrer Tage. Unter der Woche wird standesamtlich geheiratet, am Wochenende beginnt dann die eigentliche Feier. >Freitags fängt man an Kühe zu schlachten, Samstag findet die kirchliche Trauung statt und Sonntags geht man zum traditionellen Teil über. >Wir machten uns also an einem Sonntag mit dem Auto auf den Weg. Nach etwa eineinhalbstündiger Fahrt in ein immer ländlicheres Gebiet kamen wir im Dorf von Tandekhiles Bruder an. Wir ließen das Auto stehen und liefen das letzte Stück auf einem Trampelpfad hoch zu seinem Haus. >Dort angekommen, wurden wir erst mal ganz herzlich aufgenommen und ins Wohnzimmer geführt, wo wir auch unser Mittagessen serviert bekamen, während die anderen in der Küche oder vor dem Haus essen mussten. Uns dagegen wurde auf einem Tablett eine riesige Portion Reis mit viel Hühnchen serviert, dazu Gemüse, Ketschup, Saft und Kuchen. Wenigstens konnten wir darauf bestehen, den Abwasch zu machen, obwohl uns dazu gesagt wurde, dass das doch Aufgabe der Kinder sei. >Nach dem Essen ging es mit dem Auto noch ein Stück weiter zum Haus eines anderen Familienmitgliedes, wo die Hochzeit statt finden sollte. Wir setzten uns mit allen anderen Gästen im Kreis auf eine Wiese. In der Mitte war ein Bett aufgebaut und Decken gestapelt. Bei den Zulus muss vor der Hochzeit der Bräutigams Lobola an den Vater der Braut zahlen. Labola ist der Brautpreis, der normalerweise elf Kühe beträgt (bis auf Frauen aus einer Königsfamilie, deren Labola vierundzwanzig Kühe beträgt). Eine Kuh kostet zwischen 2500 und 4000 Rand, so dass sich die Labolazahlungen teilweise sehr lange hinziehen. Heutzutage werden aber meistens keine Kühe mehr gekauft, sondern der entsprechende Geldbetrag übergeben. Hat der Bräutigam nicht genug Geld wird er von seiner Familie unterstützt. >Am Tag der Hochzeit bekommt dann jeder aus der Familie des Mannes von der Familie der Frau eine Decke, ein Kopfkissen oder etwas ähnliches. Diese Übergabe der Decken nimmt den größten Teil der Zeremonie ein. Jede Decke wird ausgepackt, gezeigt und derjenige, der sie bekommt, muss in den Kreis kommen und wird damit zugedeckt. Währenddessen tanzen und singen die Männer und Frauen aus den Familien. Außerdem hält der Vater und die Männer der Bräutigamsfamilie Reden und heißen die neue Tochter willkommen und die Männer der anderen Familie übergeben sie in die Obhut ihrer neuen Familie. Die Zeremonie endet damit, dass die Braut ihren Mann dazu bringt, sich in das in der Mitte des Kreises aufgebaute Bett zu legen und die Frauen der Familie ihn mit Stockschlägen wieder daraus vertreibt. Das soll symbolisieren das der Mann jetzt zur seiner Frau gehört und eine eigene Familie gegründet hat. Während der gesamten Feier darf die Braut nicht lachen, sondern muss ein unbeteiligtes Gesicht machen, da sie an ihrem Hochzeitstag seriös wirken muss. >Nachdem dieser Teil der Feier beendet war, kamen wir endlich aus der Mittagshitze heraus und konnten uns mit noch vom Mittagessen gefüllten Bauch wieder zum Essen in ein Zelt setzten. Die erste Mahlzeit konnte man unbedenklich essen, da jeder einen Teller mit viel Fleisch, dazu wieder Salaten, Reis, und Soße, vorgesetzt bekam. Aber dann wurde vor uns eine große Holzplatte mit Fleischbrocken hingestellt, die furchtbar rochen. Es waren die Innereien der extra für diesen Anlass geschlachteten Kuh. In Südafrika eine absolute Delikatesse! Von uns konnte sich aber nur ich überwinden, ein Stück des Fleisches zu probieren. Der Rest begnügte sich mit kleinen Stücken „normal“ aussehenden Sachen und Zulubread, eine Spezialität. Aber auf Grund des Geruchs hatte niemand mehr wirklich Appetit. Die Gesichter der Mlungus beim Anblick der Fleischplatte sorgten jedenfalls für Erheiterung bei den anderen Gästen. Danach gab es für uns ein Bier, was in der Situation genau das Richtige war. >Den restlichen Nachmittag verbrachten wir mit vielen Gesprächen und Händeschütteln und zuletzt probierten wir noch einen Schluck selbst gebrautes Zulubier, das wirklich schrecklich schmeckte. >Gegen fünf Uhr machten wir uns wieder auf den Heimweg. Es war ein sehr interessanter Tag und vor allem ist es immer wieder schön, wie freundlich wir überall aufgenommen werden, obwohl wir ja niemanden kennen. Für uns ist es toll diesen Teil ihre Kultur kennen zulernen und sie scheinen sich immer zu freuen, dass wir da sind und Interesse an ihrer Kultur zeigen. > >

 

>Ein Dorf, am anderen Ende der Welt >

Ein Ort an dem Strom nur begrenzt vorhanden ist, mit Wasser sehr sparsam umgegangen werden muss und man sich nur mit kaltem Wasser waschen kann, eineinhalb Stunden in die nächst größere Stadt fahren muss, um von dort aus telefonieren zukönnen, einkaufen zu gehen und einfach mal unter Leute kommt. > >Am ersten Wochenende im Januar haben Mirjam, Martina und ich zwei Freiwillige,Lisa und Sarah, in Mvenyane, an der Grenze zu Eastern Cape besucht, die dort ein halbes Jahr an einer Spezial Schule für gehörlose Kinder arbeiten. >Themba fuhr uns an die Haltestelle wo es dann mit einem Minitaxi weiter in Richtung Matatiele ging. Um euch ein Bild davon machen zu können versuche ich euch erst mal etwas genauer zu beschreiben wie das so mit einem Taxi abläuft. >In Südafrika ist ein Minitaxi nämlich das Hauptverkehrsmittel schlecht hin. Man unterscheidet zwischen einem Cap, das sind Taxis wie man sie aus Deutschland kennt, die sehr teuer sind und das beliebte Minitaxi. Damit kommt man immer (nur eine Frage der Zeit) und fast überall für wenig Geld an sein Ziel. Für Strecken in der Stadt zahlt man zwischen zwei und sechs Rand, also nicht mal einen Euro. Die Minitaxis werden eigentlich nur von Schwarzen benutzt. >In der Stadtmitte gibt es einen Taxirank. Von dort aus fahren alle Taxis ab und man weiß ungefähr in welches Taxi man einsteigen muss um an sein Ziel zukommen. Etwas schwieriger wird es dann, wenn man von außerhalb fahren möchte. Da die Taxis dann oft schon voll sind und man keinen Platz mehr hat, kommt es dann auch öfters vor, dass man einfach mal eine halbe Stunde am Straßenrand steht und darauf wartet mitgenommen zu werden. Was uns anfangs öfters passiert ist, dass wir, so wie man es von uns zu Hause eben kennt, wenn man irgendwohin mitgenommen werden möchte den Daumen raus gesteckt haben und uns daraufhin nur ein nettes Lachen entgegen kam. Wir wunderten uns natürlich immer warum ein halb leeres Taxi an uns vorbei fährt ohne anzuhalten und uns mitzunehmen. Nach einiger Zeit wurde uns dann gesagt das ein ausgestreckter Arm mit gezeigtem Daumen in Südafrika „Chap“ heißt, das soviel wie „alles Ok“ bedeutet. >Ja, und wenn man dann mal in einem drin sitz, und noch nicht alle Plätze gefüllt sind wird zuerst noch mit gedrücktem Daumen auf der Hupe solange durch die Dörfer gefahren bis sich alle sechzehn Plätze gefüllt haben. Die Fahrt in die Stadt ist meistens noch die angenehmere, denn heimwärts wird das Taxi noch meist mit den gesamten Einkäufe der Frauen belagert. Und dann heißt es eine dreiviertel Stunde lang zwischen „Afrikanischen Mama´s“ Kartoffelsäcken, Mehl und Orangen sitzen und manchmal passiert es einem auch das man direkt von einem Lautsprecher umgeben ist aus dem in voller Lautstärke eine Mischung aus Techno und Celine Dion dröhnt. > >Und mit genau so einem Taxi ging es dann los nach Matatiele . >Um zehn Uhr standen wir vollbepackt am Straßenrand und haben darauf gewartet das wir endlich starten können. Wir waren die ersten, die das Taxi gefüllt haben. Von daher dachten wir schon, dass es noch eine Weile dauern kann. Es verging die erste Stunde, die zweite Stunde, immer öfter kam ein Stöhnen und die Frage wann wir denn endlich fahren können auf. Nach vier Stunden Wartezeit, mittlerweile in der voller Mittagshitze, stieg dann unser Fahrer dazu und meinte, dass es los gehen kann. >Nach ungefähr vier Stunden Fahrt hatten wir das erste Ziel erreicht. In Matatiele wartete bereits Lisa mit ein paar Männern ihrer Schule, einer afrikanischen Familie mit einem Kranken und vielen Einkäufen an der Tankstelle auf uns. Kaum aus dem Taxi ausgestiegen ging es dann gleich mit einem Pick Up weiter nach Mvenyane, in das Dorf in dem die beiden wohnen. >Wir wundern uns immer wieder wie viele Leute in so einem Ding Platz haben. Egal wie viele mitfahren, sie schaffen es immer wieder alle Leute unter zukriegen. Und so saßen wir dann auf der Abladefläche des Pick Ups, mit samt Gepäck, angewinkelten Knien, einer südafrikanischen Frau (die immer und überall ihrer Beine ausgestreckt haben müssen) und deren Einkäufe. Auf dem Dach hing noch ein Rollstuhl, der uns während der Fahrt ständig halb ins Fenster hing, und so fuhren wir dann eineinhalb Stunden über eine Schotterstraße, die hauptsächlich aus Schlaglöchern bestand, nach Mvenyane. Dort angekommen, wurden wir von erwartungsvollen und gespannten Kindergesichtern begrüßt. Es kommt nämlich nicht häufig vor, dass jemand in diese Gegend zu Besuch kommt. Wie wild haben sie gleich begonnen mit uns zu kommunizieren, leider konnten wir nur dastehen und fragend die Schultern zucken, da wir ja keine Gebärdensprache konnten. Als nächstes wurde jeder von uns genau gemustert, da jeder ein Zeichen als Name bekam. Mein Name war mit Daumen und Zeigefinger in meine Lachfalten an den Augen zu kneifen.. Im ersten Moment fand ich es ziemlich ungewohnt so viele Kinder um mich zu haben, die nicht reden konnten und vor allem war es auch anstrengend ihnen mit ihrer schnellen Fingertechnik zu folgen. > >Das restliche Wochenende haben wir mit viel Schlafen, Lesen und Spielen verbracht. Und natürlich wurde uns von den Kindern die Gebärdensprache beigebracht. So kann ich jetzt zumindest schon mal das Alphabet und einen kleinen Teil von den Zeichen, die es für jedes Wort gibt. Montag Morgen sind wir dann wieder nach Hause gefahren. Zurück in die Stadt war es etwas komfortabler als auf der Hinfahrt, da wir mit einem Bus der Schule mitfahren konnten. Die Taxifahrt dafür war um so stressiger. Diesmal mussten wir zwar nur eine halbe Stunde warten, doch kurz nachdem dem Motor anging und wir dachten, es geht los wurde die Türe erneut aufgerissen und es wurden noch mal zwei Reisetaschen und ein Fernseher verstaut. So saß ich dann also da, in einem völlig überhitzen Taxi. An meiner linken Seite meine gequetschte Schulter an der Fensterscheibe, rechts von mir eine junge, dicke Frau mit ihrem Baby, mein Rucksack und mein Schlafsack auf dem Schoss und unter den Füßen noch die Taschen andere Fahrgäste da im hinteren Teil noch weniger Platz ist. Am späten Nachmittag kamen wir dann irgendwann völlig erschöpft wieder in Pietermaritzburg an. > >

 

Zahnputzbechersuche und andere Probleme >

Am 17. Januar hat die Schule und der Kindergarten wieder angefangen. >Bei der Schule gab es keine großen Veränderungen, nur dass unserer Pflegemütter mehr Schulgeld zahlen müssen. Der Grund dafür ist, dass in den ländlichen gebieten die Eltern kein Schulgeld mehr zahlen müssen. Die Schulen in der Stadt verlangen also mehr Schulgeld und die auf dem Land mitzufinanzieren. >Im Creche (wie der Kindergarten hier genannt werden) hat sich dafür um so mehr getan. >Wir haben sehr viele neue Kinder, insgesamt sind es jetzt 53 Kids. Die meisten kommen aus den gleichen Gegenden wie ihre ’Vorgänger’, nur wegen drei Kinder müssen wir ungefähr 15 Minuten Holperstraße und durch Zuckerrohrfelder fahren. >Natürlich habe ich Probleme mir die südafrikanischen Namen einzuprägen und dann noch richtig zuzuordnen. Nur ein paar Beispiele für euch: >Jabulani( m), Sebenzile(f),Bandile(f ),Mbali( m), Nokuphiwo(m ),Akhona( f ), Asanda( f ),Olwani(m ), Mandisa( f ). >Da ich noch nicht alle Namen kann, gibt es immer ein kleines Chaos beim Zähneputzen. Erst mal hatte es ewig gedauert bis wir eine Liste mit allen neuen Namen von Rhoda- die den Creche leitet- bekamen. Die Namensliste war nötig um die Zahnputzbecher zu beschriften. Also hatten wir in den ersten Wochen das Problem, irgendwie den Namen von dem Kind rauszubekommen um dann zu wissen welchen Becher wir ihm zugeteilt hatten. >Dazu müsst ihr wissen: Während dem Essen passen Sister Linden und Rhoda auf die Kids auf, sorgen für Ordnung. Nacheinander kommen dann die Kids zu uns zum Zähneputzen und um sich danach etwas hinzulegen. >Während Martina im ’Bad’ blieb, habe ich mir ein Kind geschnappt, bin zu Rhoda um sie nach dem Namen zu fragen, um dann wiederum zu Sr. Lindeni zu gehen, weil das Kind aus ihrer Gruppe war. CHAOS! Und diese ’Namensfindung’ mit 25 neuen Kinder. >Gleich an meinem 2. Arbeitstag nach den Ferien, habe ich folgenden Satz gelernt: „ Ubani igama laku?“ Wie heißt du? Leider hilft das nicht viel, da die Dreijährigen dann irgendwas vor sich hinnuscheln. >Jetzt haben wir die Namen auf den Bechern stehen und einen Aufkleber mit einem Symbol, dass sich die Kids merken sollen um sich den Becher selbst nehmen zu können, was aber auch nicht so gut klappt wie wir uns das vorgestellt haben. >Ich bin mal gespannt wie lange ich brauche um Kindergesicht und Namen zu verbinden. Die Mütter erleichtern mir diese Aufgabe nicht gerade, indem sie den Mädchen alle Woche eine neue Frisur machen- das bedeutet, die Haare abrasieren, an der Kopfhaut flechten, mit Kunsthaar lange Zöpfe flechten und und und!

 

>Sommerzeit = Urlaubszeit >

Sonne, 35°C und Sehnsucht nach dem Meer haben mich sogar in einem Land in das viele zum Urlaub machen kommen, dazu gebracht selbst Urlaub zu machen. > >

Wunschziel: Mozambique >

Warum?: Sonne, Strand und MEER >

Was machen?: Reisen, Land und Leute sehen, Tauchkurs und ENTSPANNEN >

Wie lange?: 2 Wochen >

Mit: Martina, meine Mitbewohnerin >

Fazit: Die zwei Wochen in Mozambique waren traumhaft. Ich habe noch mal ein ganz anderes Afrika erlebt und die Menschen, die ich auf meiner Reise kennengelernt habe, haben mich auf andere afrikanische Länder wie Malawi, Namibia oder Kenia neugierig gemacht. >Ich hatte viel Spaß mit Martina und habe viele aufregende Sachen erlebt, wie zum Beispiel einen Tauchkurs, den ich wegen meiner Seekrankheit nicht beenden konnte, meinen Busfahrer überreden uns mitzunehmen- obwohl wir noch kein Visa hatten, was hieß, dass alle anderen Mitpassagiere Stunden auf uns warten mussten, Geschichten einen Israelis über sein Heimatland... >Das einzige Trauriege war, dass ich das Gefühl hatte nach meinem Urlaub wieder nach Hause nach Deutschland zu gehen, ich aber wieder nach Kenosis kam und der Arbeitsalltag nach 2 Tagen wieder anfing. Ich hatte also die erste Woche nach meinem Urlaub einen kleinen ’Kuluturschock’, war die ganze Zeit müde und war in Gedanken bei dem kilometerlangen, menschenleereren weißen Strand von Tofo in Mozambique. >Aus diesem Gedanken wurde ich aber auch wieder schnell herausgerissen, mit Klopfen an meiner Fensterscheibe, am Samstag um 8 Uhr: „ Kathiiii, can we please go to the poooool?“ 

>Das ist Kenosis- und noch viel mehr! >

Ich bin jetzt 6 Monate hier, ein halbes Jahr. >

Wenn ich daran denke, wie lange ich meine Familie, Freunde, Verwandte und Bekannte nicht mehr gesehen habe und ich manchmal Lust habe etwas mit ’meinen Leuten’ zu unternehmen, dann denken ich: Noch 6 Monate, die Zeit vergeht langsam. >

Wenn ich aber an meine Kids denke, an Elke und den Fostermüttern, an das Land und was ich noch alles sehen und erleben will, dann denke ich: Nur noch 6 Monate, die Zeit vergeht zu schnell. Bald muss ich schon wieder nach Hause. >

6 Monate liegen hinter mir. >6 Monate liegen vor mir. >

Hoch- und Tiefpunkte begleiten mich. Geht es mir gut, genieße ich die Zeit und mein Leben in South Africa. Habe ich einen Tiefpunkt, weiß ich „ein Tief ist nur ein Tief, weil es von zwei Hochs umgeben ist!“. > >Genießt eure Wintermonate und die Fasnachtszeit! > >

Eure Kathi

27.2.07 15:47
 


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